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4. Internationales Budo-Karate Seminar mit André Bertel Shihan (7. Dan) vom 14.-15. März 2026 in Freital

Schon vor 2 Jahren durfte ich das erste Mal dieses besondere Ereignis miterleben. Umso gespannter und aufgeregter war ich darauf, was uns in diesem Jahr erwartet.

Schon sehr lange im Vorfeld wurden durch unseren Vorstand sämtliche Vorbereitungen, nötigen Planungen getroffen und Genehmigungen organisiert, und viele Fäden im Hintergrund gezogen. Eine unfassbar komplexe Aufgabe, wenn man dann sieht und spürt, mit welcher Hingabe, Herzblut und nicht zuletzt einem enormen Zeitaufwand dieses ganz besondere Event bei uns in Freital stattfinden konnte. Einfach jedes Detail wurde bedacht. Sei es die Tagesgestaltung während des Aufenthaltes unseres bedeutenden Gastes, oder die Koordination der Helfenden oder stundenlanges „Seminarumschläge packen“.

Ausgerechnet am Tag der Ankunft von André auf dem Flughafen in München streikte die Lufthansa und er wurde kurzerhand von zwei Vereinsmitgliedern von dort abgeholt. Was für eine großartige Aktion der beiden.

Und dann war es endlich soweit…. Am Freitagabend gab André den Auftakt in einem Gemeinschaftstraining bei uns im Dojo, zunächst für alle Vereinsmitglieder aller Graduierungen. Das war auch ein sehr eindrucksvolles Erlebnis für unsere neueren Mitglieder mit so einem international bekannten Trainer trainieren zu dürfen. André erklärte die Grundlagen sehr anschaulich und praxisnah. Dabei legte er Wert darauf, dass jeder an diesem Abend eine Inspiration für sein Training mit nach Hause nehmen konnte. Das durchweg positive Feedback bestätigt dieses. Danach waren die „Großen“ dran. Insgesamt 3 Prüflinge stellten sich erfolgreich dem erfahrenen und professionellen Urteil von Sensei André.

Am Samstag ging es für viele Helfer und Helferinnen schon früh am Morgen los. Mit vereinten Kräften wurde die Turnhalle des Weißeritz-Gymnasiums in ein Dojo verwandelt. Viele fleißige Hände sorgten dafür, dass Tische und Bänke aufgestellt wurden, die Verpflegungsstation entstehen, die Beschilderung in und um die Halle herum befestigt wurden und die Landesflaggen der Teilnehmer sich harmonisch ins Bild einfügen konnten. Auch kulinarisch wurde ein sehr breites Angebot vorbereitet. Zwischen absolut appetitlich belegten Brötchen und Broten, vielen verschiedenen selbst gebackenen Kuchen, Muffins und Keksen, welche von verschiedenen Mitgliedern und Helfern beigesteuert wurden, konnte man sich nur schwer entscheiden.

Gegen 09.00 Uhr waren die Vorbereitungen abgeschlossen und auch die ersten Teilnehmer fanden sich ein. Es konnten Gäste aus verschiedenen europäischen Nationen begrüßt werden. Darunter Tschechien, Polen, Belgien, Dänemark, Österreich, Niederlande und der Schweiz. Sogar Gäste aus Norwegen, der Ukraine und Großbritannien fanden den Weg nach Freital. Jeder bekam von unserem Team am Empfang seinen persönlichen Umschlag mit allen wichtigen Informationen zum Lehrgang sowie den Voucher für die Abendveranstaltung und ein Kärtchen zur Abholung des bestellten T-Shirts „No Danger“.

10.00 Uhr begann das mit großer Spannung und Vorfreude erwartete Seminar. Die Halle war mit fast 200 Teilnehmern gut gefüllt und jeder konnte diese besondere Stimmung spüren. Wir begrüßten einen gut gelaunten und einen vom ersten Moment an sympathischen André. Seine unglaubliche Präsenz ist nur schwer in Worte zu fassen.

Er baute mit uns Stück für Stück, die bis dahin für uns unbekannte Kata „Maizuru Dai“ (so viel wie Tanzender Kranich) auf, und erläuterte dabei anschaulich, nachvollziehbar und sehr beeindruckend die einzelnen Techniken, sowohl in der Kata als auch im Bunkai. Diese besondere Kata unterrichten aktuell nur drei Schüler des Großmeisters Asai aus Japan. Aus diesem Grund war es für uns eine besondere Ehre und auch persönlicher Anspruch, das gezeigte so gut wie möglich umzusetzen. Beides verlangte vor allem den niedrig graduierten Teilnehmern sehr viel Konzentration ab, denn so leicht und kraftvoll, wie jede Bewegung des Sensei aussah, war es doch viel schwieriger als gedacht, diese selbst in die Praxis umzusetzen. An diesem Punkt wurde dem ein oder anderem ein weiteres Mal sehr bewusst, dass der Weg des Kriegers (Budo) ein sehr langer sogar lebenslanger Prozess ist, bei dem man nur durch langes, intensives und kontinuierliches Training das Verständnis zwischen der Harmonie von Geist und Körper erlangen kann. Durch die vielen detailreichen Beschreibungen und Demonstrationen der ausgesprochen wirkungsvollen Techniken, konnte jeder für sich und sein Training viele, teilweise auch neue Erkenntnisse, mitnehmen. Dank der direkten Übersetzung durch Marco, kam es zu keinerlei Informationsverlust.

Nach dem ersten sehr anspruchsvollen Seminartag hieß es, für alle die sich im Vorfeld angemeldet hatten, „Zusammensein in entspannter Atmosphäre“ in den Ballsälen Coßmannsdorf. Die Anwesenden erwartete ein gemütlicher Abend bei lockerer Stimmung. Mit einem sehr vielfältigen Buffet war für jeden etwas dabei und es blieben keine Wünsche offen. Es gab die Möglichkeit sich über Ländergrenzen hinweg auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Außerdem konnte man André hautnah erleben. Den ganzen Abend wanderte er von Tisch zu Tisch, beantwortete gerne alle Fragen und war mit seiner unkomplizierten Art ein absolut begehrter Gesprächspartner. Bis in die späten Abendstunden konnte man diese besondere Atmosphäre genießen und ließ die Vorfreude auf den zweiten Tag steigen.

Auch am Sonntag früh versammelten sich wieder die fleißigen Helfer und Helferinnen an der Halle und sorgten mit ihrem Einsatz dafür, dass es den Teilnehmern an nichts fehlte. Ohne viele Worte wusste jeder was zu tun war, und in Windeseile waren die Vorbereitungen fertig.

Am zweiten Tag ging es bereits 09.00 Uhr los. Vom ersten Moment an lag wieder diese besondere Stimmung durch die Anwesenheit des Sensei in der Luft. Wir wiederholten und vertieften das Gelernte und gewannen neue Erkenntnisse über Timing, Distanz und Kontrolle. Für alle Teilnehmer hieß es wieder mit voller Konzentration und Einsatz dabei zu sein. André erklärte präzise die teilweise komplexe Mechanik hinter den Techniken und konnte so vor allem den vielen hochgraduierten Dan Trägern wertvolle Tipps für ihr Training geben. Später ging es in das Partnertraining, um an der Umsetzung des erlernten zu arbeiten. Und wieder gab es so viele neue Eindrücke, WOW-Effekte und kleine AHA-Momente für jeden einzelnen, welche dieses spektakuläre Event noch sehr lange nachwirken lassen.

Eine besondere und respektvolle Geste am Schluss des Seminars war, dass sich André persönlich bei jedem einzelnen Teilnehmer und Helfer bedankte, und sich damit einen ganz besonderen Platz im Rückblick auf dieses Wochenende gesichert hat.

Ich kann mich an dieser Stelle nur ganz herzlich bedanken, dass durch die perfekte Organisation, die Mitarbeit so vieler helfender Hände und Unterstützer, dieses Wochenende für alle inspirierend, lehrreich und vor allem unvergesslich geworden ist.

Bericht von Diana Lenk

Die Bilder unterliegen dem Copyright von Olliver Schömburg.